GEORG FRIEDRICH HÄNDEL

WASSERMUSIK

Erklärt nach der 5-4-3-2-1-Methode

Dauer: ca. 60 Minuten
Gattung: Suite (meist auf 3 Suiten aufgeteilt)
Entstehungszeit: vermutlich 1715–1717
Uraufführung: 17. Juli 1717

Inhaltsverzeichnis

Händels Wassermusik in 5 Sätzen

Die Wassermusik von Georg Friedrich Händel entstand als Begleitmusik einer Lustfahrt des englischen Königs George I. auf der Themse. Entsprechend repräsentativ ist ihr Charakter: Es handelt sich um 21 Tänze und eine Ouvertüre, die häufig in drei Suiten zusammengefasst werden. Royale Instrumente wie Trompeten, Hörner (angeblich die Lieblingsinstrumente von George I.) und vermutlich Pauken (im Original nicht überliefert) dominieren die Orchesterbesetzung. Nicht nur George I. zeigte sich von Händels Wassermusik begeistert, sondern auch das ganze englische Volk, sodass Händel das Werk später für den Gebrauch im Konzertsaal umarbeitete.

Hinweis: Dieses Werk gehört zu den Top 100 Klassische Musik.

4 Highlights aus Händels Wassermusik

Highlight 1: Suite 1, Nr. 3

Für eine Aufführung von Händels Wassermusik braucht man vor allem eines: verteufelt gute Hornisten. Viele Passagen des rund einstündigen Werks sind wirklich nicht einfach, schon gar nicht, wenn man auf historischen Instrumenten spielt. Ein berühmtes Beispiel ist die Nr. 3 aus der ersten Suite:

Highlight 2: Suite 1, Bourrée

Das ist ein Beispiel für einen der vielen Hoftänze in Händels Wassermusik. Die Bourrée war ein schneller Tanz, der ab Mitte des 17. Jahrhunderts von Frankreich ausgehend in ganz Europa beliebt wurde. Gut zu hören ist außerdem, welche prominente Rolle den Blasinstrumenten zukommt:

Highlight 3: Suite 2, Nr. 1

Für unsere heutigen Ohren dürfte die zweite Suite diejenige sein, die am „königlichsten“ klingt. Berühmt ist beispielsweise die erste Nummer, in der sich Trompeten und Hörner einen Dialog liefern:

Highlight 4: Suite 3, Schluss

Die dritte Suite endet mit einer Musik, die aufgrund ihres etwas derben Charakters häufig als „Country Dance“ bezeichnet wird:

3 Fragen und Antworten zu Händels Wassermusik

Frage 1: Wie viele Sätze hat die Wassermusik?

Die Wassermusik besteht aus 21 Tanzsätzen und einer Ouvertüre. Die einzelnen Sätze werden meist auf drei Suiten aufgeteilt.

Frage 2: Wo wurde Händels Wassermusik uraufgeführt?

Händels Wassermusik wurde auf der Themse uraufgeführt, wo der englische König George I. eine Lustfahrt mit einem Boot unternahm.

Frage 3: Was ist das Besondere an der Wassermusik?

Da die Wassermusik auf einem Fluss uraufgeführt wurde, musste Händel eine starke Orchesterbesetzung mit lauten Instrumenten vorschreiben: Bei der Uraufführung wirkten Hörner, Trompeten, Pauken (im Original nicht notiert) und insgesamt 50 Musiker mit. Händels Wassermusik ist zudem das früheste bekannte englische Stück, in dem Traversflöten eingesetzt wurden.

2 empfehlenswerte Aufnahmen von Händels Wassermusik

Aufnahme 1: Berliner Philharmoniker, Riccardo Muti (Studio, 1985)

Bei Werken aus der Barockzeit ist es immer sehr spannend, ältere Aufnahmen mit neueren zu vergleichen. Das hat damit zu tun, dass die sogenannte „historische Aufführungspraxis“ erst in den letzten Jahrzehnten immer beliebter wurde.

Bei der historischen Aufführungspraxis versucht man, Musik mit den Mitteln aufzuführen, die zur Zeit ihrer Entstehung zur Verfügung standen – also mit historischen Instrumenten und historischen Spieltechniken. So möchte man erlebbar machen, wie die Musik im „Original“ geklungen hat.

Eine Aufnahme, die beispielsweise nicht die Mittel der historischen Aufführungspraxis verwendet, ist die von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Riccardo Muti:

Aufnahme 2: Akademie für alte Musik Berlin (Live, 2016)

Vergleichen Sie Mutis Interpretation einmal mit der Aufführung der Akademie für alte Musik Berlin. Hier spielen die Musikerinnen und Musiker auf historischen Instrumenten. Wie anders der Klang ist, wird Ihnen sicher gleich auffallen:

1 Zitat zu Händels Wassermusik

Am Mittwochabend, ungefähr um acht, begab sich der König bei Whitehall in eine offene Barke, in der die Herzogin von Bolton, die Herzogin von New Castle, die Gräfin von Godolphin, Madame Kilmasegg und der Graf von Orkney waren, auf eine Bootsfahrt. Und sie fuhren flussaufwärts nach Chelsea. Viele andere Barkassen mit Personen hohen Ranges nahmen daran teil, die Zahl der Boote war so groß, dass geradezu der ganze Fluss bedeckt war. In einem Schiff der Stadtgilde spielten die Musiker, die über 50 Instrumente jeglicher Art verfügten. Sie spielten den ganzen Weg von Lambeth (während die Boote mit der Strömung ohne Rudern nach Chelsea trieben) die schönsten, besonders für diesen Anlass von Mr. Händel komponierten Sinfonien, welche Seiner Majestät derart gefielen, dass sie auf dem Hin- und Rückweg dreimal wiederholt werden mussten.

Bericht des Daily Courant (der ersten englischen Tageszeitung) vom 19. Juli 1717

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