Erik Satie

Gymnopédies

Erklärt nach der 5-4-3-2-1-Methode

Dauer: ca. 10 Minuten
Gattung: Charakterstücke
Entstehungszeit: 1888
Uraufführung: Unbekannt (veröffentlicht 1888/1895)

Inhaltsverzeichnis

Saties Gymnopédies in 5 Sätzen

Die drei kurzen Klavierstücke Gymnopédies sind heute die bekanntesten Kompositionen des französischen Komponisten Erik Satie. Die Entstehungsgeschichte sowie der Zusammenhang zur historischen Gymnopaedia (einem antiken Fest) sind größtenteils unklar. Alle drei Gymnopédies sind von demselben Rhythmus, derselben Taktart, einem ähnlichen Charakter („schmerzhaft“/ „traurig“/ „ernst“) und denselben „milden“ Harmonien geprägt. Daraus ergeben sich eine atmosphärische Wirkung sowie der Eindruck, dass die Musik ziellos umherschweift, statt in Richtung eines Zielpunkts zu „streben“ – als Inspirationen dienten Satie hier möglicherweise die symbolistischen Bilder des französischen Mahlers Pierre Puvis de Chavannes. Der französische Komponist und Freund Saties Claude Debussy bearbeitete zwei der Gymnopédies später für Orchester.

Hinweis: Dieses Werk gehört zu den Top 100 Klassische Musik.

4 Highlights aus Saties Gymnopédies

Highlight 1: No. 1 – Lent et douloureux

Die erste Gymnopédie ist vermutlich das Stück, das von Erik Satie heute am bekanntesten ist. Achten Sie einmal darauf, wie die Melodie gebaut ist. Die zweite Hälfte besteht ausschließlich aus einem liegenden Ton:

Highlight 2: No. 2 – Lent et triste

In der zweiten Gymnopédie baut Satie die zweite Hälfte der Melodie anders. Sie ist jetzt eine Wiederholung der ersten Hälfte:

Highlight 3: No. 3 – Lent et grave

Und auch in der dritten Gymnopédie nimmt Satie eine kleine Variation in der zweiten Hälfte der Melodie vor. Der einzelne Liegeton von No. 1 kehrt zurück, ist aber gekürzt:

Highlight 4: Auspendeln

Satie lässt die Gymnopédies mit dem Rhythmus, der sich durch das ganze Werk gezogen hat, langsam auspendeln:

3 Fragen und Antworten zu Saties Gymnopédies

Frage 1: Was bedeutet das Wort Gymnopedie?

Der Begriff geht auf „Gymnopaedia“ zurück. Dies war ein Fest, das jedes Jahr im antiken Sparta ausgetragen wurde. Die Hauptattraktionen waren Kriegstänze und Chorgesänge von jungen spartanischen Männern.

Frage 2: Ist Gymnopédie No. 1 von Eric Satie für Einsteiger geeignet?

Ja, die Gymnopédie No. 1 ist technisch nicht sehr anspruchsvoll. Sie ist daher ein beliebtes Einsteigerstück.

Frage 3: Wie war das Verhältnis zwischen Erik Satie und Claude Debussy?

Erik Satie und Claude Debussy verband eine Freundschaft. Während Erik Saties finanzielle Situation gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer schlimmer wurde, war Claude Debussy auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Debussy bemühte sich darum, öffentliche Anerkennung für Saties Werke zu erreichen.

2 empfehlenswerte Aufnahmen von Saties Gymnopédies

Aufnahme 1: Håkon Austbö

Diese Aufnahme stammt vom norwegischen Pianisten Håkon Austbö:

Aufnahme 2: Paul Barton

Diese Aufnahme von Paul Barton erlaubt außerdem einen Blick auf die Noten und die Hände des Pianisten:

1 Zitat zu Saties Gymnopédies

Als ich jung war, sagten die Leute immer zu mir: Warte, bis du fünfzig bist, dann wirst du es sehen. Ich bin fünfzig. Ich habe noch nichts gesehen.

Erik Satie

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